Calciumversorgung und Milchmärchen

Calciumversorgung und Milchmärchen

Calcium ist der Hauptbestandteil der Knochen und Zähne. Bewegung wäre ohne Calcium nicht möglich und sogar die Nerven und die Blutgerinnung sind von genügend Calcium abhängig. Calcium ist lebensnotwendig.

Worin kommt Calcium vor?

Alle Gemüse enthalten auch Calcium.

Besonders hohe Gehalte findest du in Brokkoli, Pak Choi, Grünkohl, Brennnessel, Petersilie und Kresse.

Amaranth, Chiasamen und Mandeln sind ebenfalls gute Calciumquellen.

In Kuhmilch ist sehr viel Calcium enthalten. Doch birgt diese Milch einige Probleme.

Warum Milchprodukte nicht zu gesunden Knochen führen

Stell dir vor ich werfe dir 10.000 Mauersteine vor die Füße, damit du ein Haus bauen kannst. Das ist zu Vergleichen mit dem Calcium aus der Milch. Was kannst du mit diesen vielen Steinen anfangen? Erstmal noch nichts. Du brauchst zusätzliches Werkzeug wie Hammer und Wasserwaage. Zum Verbinden der Steine brauchst du Mörtel und am besten einen gelernten Maurer. Für deine Knochen sind das Phosphate, Magnesium, Vitamin K, Kalium und Vitamin C.

Magnesium ist nicht nur ein kleiner Bestandteil der Knochen, sondern hilft auch dabei, das Calcium in den Knochen einzubauen. Das dafür passende Verhältnis von Calcium zu Magnesium ist 2:1. Kuhmilch hat ein Verhältnis von 10:1. Käse sogar 30:1.

Das Problem liegt darin, dass die Kuhmilch für ein Kalb perfekt zusammengesetzt ist. Eine Kuh hat eine Lebenserwartung von 25 Jahren. Sie wächst schnell und läuft schon wenige Stunden nach der Geburt selbstständig. Unvergleichlich mit unseren doch noch sehr hilfsbedürftigen Menschenbabys. Milch enthält durchaus andere Vitamine, aber auch Wachstumshormone und Antikörper gegen Krankheiten. Antikörper gegen Rinderkrankheiten, nicht gegen unsere Grippe oder Erkältung. Die richtigen Antikörper für Menschenbabys gibt es bei uns nur in der Muttermilch.

Wieviel Milch ist akzeptabel?

Die DGE hat Grenzwerte für Babys herausgegeben. Sie sollen dir sagen, wie viel Kuhmilch du deinem Baby ab einem halben Jahr höchstens geben dürftest. Warst du schon mal beim Griechen oder Kroaten essen? Im Anschluss ans Essen bekommst du einen Ouzo oder Sliwowitz vor dich gestellt. Der Grenzwert, ob der Schnaps dich singen, schlafen oder brechen lässt, ist das der gleiche wie bei deinem Mann? Oder Vater? Oder deiner Schwester? Deshalb sind Grenzwerte so schwierig. Das Alkohol generell schadet ist bekannt. Milch auch. Das verschleiert die Werbung. Die Nachteile der Milch liegen vor allem im Eiweiß und die Nachteile der Milchprodukte zusätzlich im Salzgehalt. Falls du Hirse- oder Haferbrei als Eisenlieferant für dein Baby wählst, solltest du diesen Brei nicht mit Kuhmilch anrühren, da die Milch die Aufnahme vom Eisen mindert oder blockieren kann.

Die Milch einer Kuh enthält fast 3 Mal so viel Eiweiß wie Muttermilch.

Zum Vergleich:

Milch enthält in 100g etwa 3,3g Eiweiß, Frischkäse 13,5g und Gouda 24,7g. Muttermilch circa 1,2g.

Milch enthält in 100g 0,12g Salz, Edamer 1,3g und Feta 3,25g. Muttermilch liegt bei etwa 0,03g. Babys bis drei Jahre sollten maximal 2g Salz am Tag zu sich nehmen. Siehe: Tödliches Salz?!

Was die Milch anrichtet

Kuhmilch verschleimt die Atemwege und den Darm. Im Darm sitzt der größte Teil des Immunsystems. Viele Kinder leiden häufiger an Husten und Erkältungen, wenn sie Milch trinken oder viele Milchprodukte essen. Meistens ist die Verbindung nicht ersichtlich, weil die Krankheit nicht direkt nach dem Essen eines Joghurts oder eines Käsebrotes ausbricht. Einen Versuch ist es wert, vor allem wenn dein Baby mehrere Infekte hintereinander hatte, die Milch wegzulassen.

Was ist die Lactose-Intoleranz?

Die Lactose-Intoleranz ist keine Krankheit. Die meisten Menschen der Welt, vertragen keine Milch. Die meisten Menschen in den Industriestaaten, also auch wir hier in Deutschland haben uns mittlerweile angepasst. Milch ist ein Nahrungsmittel, das die Natur für Babys geschaffen hat. Säuglinge werden von den Muttertieren gefüttert bis diese feste Kost zu sich nehmen können. In Muttermilch ist viel mehr Lactose als in Kuhmilch. Lactose ist der Zucker der Milch. Das Enzym Lactase ist für die Verwertung des Milchzuckers notwendig. Dieses Enzym produziert der Körper etwa bis zum dritten Lebensjahr. Danach vermindert er die Herstellung und stellt sie komplett ein. Dann bist du Lactose-Intolerant. Da wir nun schon früh auf Kuhmilch trainiert werden, hat die Natur nachgebessert und viele Menschen bei uns stellen über die Kindheit hinaus genug von dem Enzym bereit, um nicht mit Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen auf Milch zu reagieren.

Bei Säuglingen unter 3 Jahren ist die Lactose-Intoleranz eine schwerwiegende Krankheit, die zum Glück unglaublich selten vorkommt. Diese Babys vertragen keine Muttermilch, keine übliche Pre, sondern brauchen spezielle Produkte auf Sojabasis. Falls du glaubst, dein Baby ist betroffen, bitte nicht sofort abstillen. Zu erst zum Arzt. Weitere gute Informationen zum Erkennen, ob eine Milchzucker-Intoleranz feststellt, findest du im Stilllexikon: Lactose-Intoleranz beim Baby, weiterstillen?

Welche Milch ins Müsli?

Stellt sich dir nun die Frage, wie du die Milch vom Familientisch abschaffen kannst? Wir sind mit der Werbelüge übe die Milch groß geworden. Wir trinken Milch pur, als Kakao oder im Kaffee. Wir mischen sie mit Getreide zu Müsli, snacken Joghurts, bestreichen Brote mit Frischkäse und dippen Kartoffeln in Quark. Von der Milch zu einem Milchersatz-Fertigprodukt zu wechseln, ist wie die Wahl zwischen Cellulitis oder Winkeärmchen. Dennoch ist es möglich, ohne Milch glücklich zu sein. Die Frühstücksflocken gibt es bei uns in einer Nussmilch.

Hier eine Anleitung für Mandelmilch:

5-10 getrocknete Datteln im Mixer zerkleinern

Etwa 60g Mandeln im Mixer zerkleinern

0,5l Wasser dazu und für 3 Minuten auf höchster Stufe durchmixen.

Ich mache sie im Thermomix und sie wird mega schaumig. Für die ersten Versuche lieber 10 Datteln nehmen, es sei denn du magst es nicht besonders süß. Die Milch schmeckt auch aus Macadamianüssen total lecker.

Schafs- und Ziegenmilch ist ähnlich schlecht für unsere Ernährung geeignet. Dein Baby ist weder ein Lamm noch ein Zicklein. Sojamilch hat auf dem Babyspeiseplan auch keinen Platz, da sie sekundäre Pflanzenstoffe enthält,die in höheren Mengen schlecht fürs Baby sind. Erwachsene sollten sie ebenfalls nur in Maßen genießen.

Die Milch ist auch nicht mehr, was sie früher einmal war

Etwa 1930 fing es an, dass artfremde Milch als Lebensmittel gesehen wurde. Damals war sie den meisten so eklig wie uns heute Urin oder Sperma. Mit der Zeit wurden Verfahren erfunden, wie die Homogenisierung und die Ultrahocherhitzung. Milch wurde dadurch haltbar und keimfrei. Über Gemüse wird oft geschimpft, dass es im Gegensatz zu früher, viel weniger Vitalstoffe beinhaltet. Das stimmt, und bei Milch ist es genauso. Die Bedingungen unter der Kühe heutzutage gemolken und gehalten werden, sind katastrophal. Sie bekommen minderwertiges Futter, das mit künstlich hergestellten Vitaminen manchmal aufgewertet werden soll. Sie haben wenig Platz und müssen dauernd trächtig sein oder bekommen Hormone und Medikamente. Spätestens, wenn du selbst stillst, kannst du in etwa erahnen, was eine Milchkuh tagtäglich durchmacht.

Mit Milch Schluss machen?

Das geht gar nicht so einfach. Jedenfalls nicht, wenn du sie von Klein auf kennst. Es gilt die Regel: Du musst nicht alles sofort ändern. Hier die Milchprodukte, die du nach und nach von eurem Familientisch streichst, bis du euer persönliches Minimum erreicht hast. Diese Produkte bitte in Bio-Qualität bevorzugen:

  • Butter (besser als die meisten Margarinen)
  • Buttermilch
  • Creme Fraiche
  • Dickmilch
  • Eis
  • Frischkäse
  • Frischmilch
  • Hartkäse
  • H-Milch
  • Joghurt
  • Kaffeeweißer
  • Kefir (enthält bis zu 0,5% Alkohol – definitiv kein Kinderprodukt)
  • Kondensmilch
  • Milchpulver
  • Pudding
  • Quark / Topfen
  • Sahne
  • Schimmelkäse
  • Schmand /Schmant
  • Schnittkäse
  • Weichkäse

8 Gründe gegen Milch und Milchprodukte

Mit einem starken Grund, fällt es leichter Milch zu reduzieren. Deshalb hier acht starke Fakten, warum es besser ist auf Milch zu verzichten:

  1. Zu viel Calcium und Eiweiß
  2. Schlechtere Eisenaufnahme
  3. Hoher Salzgehalt
  4. Wenige andere Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe
  5. Zu viele Hormone wie z.B. Wachstumshormone
  6. Starke industrielle Verarbeitung der Milch
  7. Unethische Massentierhaltung mit all ihren Folgen
  8. Kein natürliches Lebensmittel für Menschen

Damit deine Familie ohne Milch genügend Calcium bekommt, gib grünem Blattgemüse mehr Platz in den Hauptmahlzeiten, mixe grüne Smoothies, gib Mandeln und Amaranth ins Frühstück oder zu Snacks. Oder suche nach weiteren, guten Calciumquellen.

Ich wünsche dir spannende Familientischgespräche,

Deine Kerstin

 

Quellen:

http://www.babytipps24.de/joghurt-kaese-und-co/

https://de.wikipedia.org/wiki/Milchproduktion

 

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/saeuglinge/milch-fuer-die-saeuglingsernaehrung/

 

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