Wasser trinken leicht gemacht + 7 fragwürdige Getränke für Babys

Wasser trinken leicht gemacht

Ab wann braucht mein Baby zusätzliches Wasser? Worauf muss ich beim Wasser achten? Was darf mein Baby trinken?

Viele Fragen, eine Antwort: Wasser nach Bedarf zur Beikost.

Hier könnte ich diesen Artikel direkt beenden. Wenn ich Eltern frage, was sie ihrem Kind gegen Durst geben, sagen sie Wasser. Weil es alle wissen.

Doch wenn ich mich an der Front z.B. auf dem Spielplatz umschaue, sehe ich andere Getränke. „Finn, magst du noch Apfelschorle?“ rief da eine Mutter und wedelte mit der bunten Flasche. Finn krabbelte durch den Sand zu seiner Mutter. „Er trinkt kein Wasser.“ Fügte sie schulterzuckend dazu. Ich drehte mich schnell weg und mein Blick fiel auf den Holztisch. Da platzierte gerade eine Mutter Trinkpäckchen akkurat nebeneinander auf. In diesem Moment war die Idee zu diesem Artikel geboren.

10 Tipps zum Wasser für Babys

1. Vollgestillt. Ein Baby, das nur Muttermilch oder Säuglingsnahrung wie Pre-Milch erhält, braucht kein zusätzliches Wasser. Auch nicht im Sommer und erst Recht nicht bei Fieber. Die Milch enthält ausreichend Wasser und zusätzlich eine Badewanne an guten Stoffen. Mit Wasser würde der Darm deines Babys gefüllt und nähme damit Platz für lebensnotwendige Nährstoffe aus der Muttermilch weg.

2. Wasserstart. Du kannst Wasser ab der ersten Beikostmahlzeit mit anbieten, aber es ist noch nicht notwendig, dass dein Baby es trinkt. Da die Beikost und die Muttermilch ausreichend Nährstoffe und Flüssigkeit bieten, zählt hier noch Punkt 1.

3. Trinkgefäß. Du kannst das Wasser aus einem Becher, Glas, Tasse oder speziellen Trinklernbechern geben. In die Milchflasche sollte nur Milch kommen. Gestillte Babys umgehen mit Bechern ohne Sauger eine Saugverwirrung. Manche Kinder kommen auch schon früh mit Strohhalmen zurecht. Unser Sohn mit 17 Monaten noch nicht.

4. Wasserbedarf. Es gibt keine festgesetzte Regel, die sagt wie viel Wasser ein Baby braucht. Das ist wie bei Erwachsenen total unterschiedlich. Es kommt darauf an

  • wie viel Milch dein Baby trinkt
  • wie viel Wasser die Beikost erhält, denn auch in Gemüse und Obst steckt viel Wasser
  • wie viel Wasser dein Baby verbraucht

5. Brech-Durchfall. Bei Krankheiten wie Erbrechen und Durchfall ist es sinnvoll die Milchproduktion wieder zu erhöhen. In der Muttermilch stecken wichtige Elektrolyte. Wird dein Baby nicht mehr gestillt, lass dich von deinem Kinderarzt beraten, ob eine Elektrolytlösung notwendig ist.

6. Wasserspielchen. Ein Baby, das von Anfang an gewohnt ist, Wasser gegen Durst zu bekommen, muss nicht mit Saftschorlen oder Limonaden zum Trinken animiert werden. Wenn dein Baby kein Wasser will, hat es höchstwahrscheinlich keinen Durst.

7. Natriumgehalt. Wähle Wasser, das weniger als 20mg Natrium pro Liter hat. Meist sind solche Wasser mit der Aufschrift: „Für die Zubereitung von Babynahrung geeignet“ ausgeschrieben. Es muss kein spezielles und überteuertes Babywasser sein, solange der Natrium-Wert passt.

8. Glasflaschen. Plastikflaschen können das Wasser belasten. Deshalb verwende bevorzugt Wasser aus Glasflaschen oder aus dem Wasserhahn. Auch Veganer dürfen Wasser aus dem Hahn trinken.

9. Temperatur. Das Wasser sollte mindestens zimmerwarm sein. Gekühlte Getränke können Bauchweh machen, bei heißen Getränken besteht die Gefahr von Verbrühungen. Da der Körper die Flüssigkeit auf etwa 36,5°C anwärmt, ist es praktisch, wenn das Wasser diese annähernde Temperatur schon hat.

10. VoBiFu. Das sage ich immer, wenn ich einen von meinen größeren Männern an die Vorbildfunktion erinnern möchte. Trinkst du selbst genug? Genug Wasser? Es ist leicht deinem Kind später die Vorteile von Wasser zu erklären, wenn es selbstverständlich ist, dass du selbst Wasser trinkst.

Haben deine Eltern früher zu dir gesagt, dass du etwas nicht darfst, nur weil es alle anderen dürfen?

Oder sagst du selbst zu deinen Kindern manchmal: du bist aber nicht „die anderen“?

Genau diesen Spruch möchte ich dir gern gegen den Kopf knallen, falls du sagst: „Alle auf dem Spielplatz geben Apfelsaftschorle.“.

Welches Wasser soll ich geben? Auch zum Anmischen von Pre-Milch?

Du kannst auf den Seiten von eurem Wasserwerk regelmäßig die Wasserwerte einsehen. Suche nach deiner Stadt und „Trinkwasseranalyse“. Wasser wird in Deutschland sehr gut kontrolliert. Allerdings nicht auf Medikamentenrückstände, Hormone und andere evtl. enthaltene Gifte. Dagegen helfen nur spezielle Filtersysteme. Einmal angeschafft, hat die ganze Familie einen hohen Nutzen davon. Gegen Bakterien, die meist von der hauseigenen Armatur kommen - also nicht ab Werk im Wasser sind, kannst du das Leitungswasser auch abkochen. Abkochen beginnt ab 10 Minuten Kochzeit, ein kurzes Aufkochen im Wasserkocher ist völlig nutzlos.

Wir trinken zu Hause gefiltertes Leitungswasser. Wie es sich für Chefs gehört.

 7 fragwürdige Getränke für Babys

1. Kohlensäure. Kohlensäurehaltige Getränke sind ungeeignet. Softdrinks enthalten neben Kohlensäure viel Zucker, chemische Zusätze und Farbstoffe. Auch Mineralwasser mit Kohlensäure ist tabu für Babys, weil sie keinen Mehrwert bietet. Mit Bäuerchen und Blähungen entkommt die Luft im besten Fall wieder. 

2. Früchtetee. Tee ist nicht zum Durstlöschen. Früchtetees enthalten oft Aromen und gewöhnen an den süßen Geschmack. Ein Baby, das Durst hat, braucht und trinkt Wasser. Auf Früchtetee kannst du komplett verzichten. Das Wasser zu erwärmen, ist aber eine gute Möglichkeit, wenn es dir um die Wärme des Tees geht.

3. Kräutertee. Kräutertee ist zur Unterstützung der Heilung von Krankheiten super, nicht gegen Durst. Auf Babys wirken die heilenden Kräfte von Tees viel stärker, als auf uns Erwachsene. Kräutertees mit Menthol sollen Kinder unter 3 Jahren nicht trinken.

4. Schwarzer und Grüner Tee. Diese beiden Tees sind schlechte Getränke für Babys und Kinder. Die enthaltenen Gerbstoffe und das Teein belasten die kleinen Körper stark ohne ihnen einen Nutzen zu bringen.

5. Eistee. Ob selbst hergestellt, aus Granulat oder als Fertigprodukt: Eistee ist ungesund und bietet keinen Mehrwert für die Ernährung. Oft enthält er Koffein, Farbstoffe, Süßungsmittel und Aromen.

6. Saft, Smoothies und Saftschorlen. In Saft und Saftschorlen stecken hoch konzentrierte Früchte. Diese werden in der Regel pasteurisiert, was nicht deklariert sein muss. Somit enthalten sie wesentlich mehr Zucker, als Vitalstoffe. Fruchtsäfte sind als Getränk überflüssig.

7. Kuhmilch. Kuhmilch ist eine Nahrung für Kälber. Sie ist weder Nahrung noch Durstlöscher für dein Baby. Falls du keine Muttermilch anbieten kannst, musst du leider auf künstliche Säuglingsnahrung zurückgreifen.

Eine Besonderheit sind grüne Smoothies. Selbst gemixt und zu mehr als 50% aus Gemüse oder Salat sind sie mega Vitalstoffbomben. Dennoch sind sie nur bedingt für Babys geeignet, da die Rohkost oft noch nicht vom Darm vertragen wird.  Grüne Smoothies würde ich erst anbieten, wenn dein Kleinkind schon regelmäßig Beikost bekommt. Dann erst mit wenigen Schlucken testen wie es ankommt. Bei uns gab‘s ab dem 16. Monat immer mal ein Schnapsglas voll. Leider erst ab dem 16. Monat, weil ich da erst auf den Geschmack gekommen bin. Es wäre bei uns sicher auch schon vorher super gewesen!

Bitte keine gekauften Fertig-Smoothies. Diese fallen unter die Kategorie: Niemand braucht Obstgläschen. 

Mein liebstes Rezept im Winter:

  • 50-80g Feldsalat
  • 2-5 Blätter Zuckerhut oder Chinakohl
  • 1 Apfel oder Banane
  • etwas Ingwer oder Zimt
  • mit Wasser auffüllen

Alles im Hochleistungsmixer zerkleinern und frisch trinken.

So wunderbar die grünen Getränke auch sind, gegen Durst bitte Wasser anbieten. Bei uns gibt es grüne Smoothies als Zwischenmahlzeit, vor allem wenn wir besonders zeitig frühstücken.

Welche Getränke nimmst du mit zum Spielplatz?

Ich wünsche dir wunderschöne Familientischgespräche,

Deine Kerstin

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