Was machen die mit unserer Milch?

Was machen die mit unserer Milch?

Milch von Tieren wurde vor tausenden von Jahren nur selten getrunken. Diese Tiere ernährten sich von frischem Gras und wilden Kräutern. Sie bekamen kein billiges Futter, das mit synthetischen Nahrungsergänzungen und Medikamenten versetzt wurde. Die Kühe wurden nicht künstlich befruchtet und wurden nicht nach wenigen Tagen von ihrem Kalb getrennt. Die Milch wurde roh oder als Butter und in kleinen Mengen verzehrt und stellte eine Notlösung dar.

In diese Notsituation kommen wir heute nicht mehr. Die Regale bei Rewe, Aldi und all den anderen Supermärkten sind voll. Leider auch voller Milchprodukte.

Das Kuhmilch für Babys nicht der beste Calciumlieferant ist, kannst du in dem Artikel zum Milchmärchen nachlesen.

Es ärgert mich, dass es „Experten“ gibt, die behaupten ohne Milch und Milchprodukte sei eine Ernährung schwierig. Milch ist ein Übergangslebensmittel für Säugetiere. Das einzig schwierige ist, unsere Gewohnheiten loszulassen.

Heute gibt es Milch und Milchprodukte im Überfluss.

Bei uns gab es fettarme H-Milch. Der Grund war die lange Haltbarkeit und weil ich es so von zu Hause kannte. Es hat über 30 Jahre gedauert, bis ich das hinterfragt habe.

Deine Muttermilch ist bei Zimmertemperatur bis 22°C etwa 10 Stunden haltbar. Im Kühlschrank etwa 3 Tage. Bei -19°C über 6 Monate.

Als meine Schwester vor ein paar Jahren das Experiment der veganen Ernährung startete, war meine Reaktion wie die von vielen: WAS?! Da bekommst du ja einen Mangel an allem Möglichen. Zugegeben eine komplett vegane Ernährung ist nicht natürlich, doch mittlerweile weiß ich, dass es konsequenten Veganern nach ein paar Jahren an Vitamin B12 mangelt und sonst an nichts. Ganz im Gegenteil kenne ich nur Menschen mit Zivilisationskrankheiten, die sich konventionell ernähren. Meine veganen Freunde sind unglaublich gesund.

Dein Baby erhält B12 über deine Muttermilch.

Solange du stillst, brauchst du dir keine Gedanken über das Vitamin zu machen.

H-Milch ist ultrahocherhitzt. Das Verfahren der Ultrahocherhitzung hat die heutige Massentierhaltung gefördert. Durch das Erhitzen auf 150°C und das schnelle Kühlen auf 5°C wird die Milch bis zu 6 Wochen ungekühlt haltbar. Dabei gehen etwa 20% der Vitalstoffe flöten. Durch die lange Haltbarkeit wird die Milch in Masse abgepumpt.

Ist Rohmilch oder Frischmilch geeignet für Babys?

Rohmilch ist keinesfalls geeignet für Babys. Sie ist aber nicht schlechter oder besser, als die pasteurisierte Milch. Rohmilch von Weidekühen enthält mehr Mineralstoffe, Omega 3 Fettsäuren und lebendige Enzyme. Hat die Kuh eine Krankheit, können die Erreger und Bakterien in die Milch gelangen. Dadurch, dass die Milch aus dem Tetra Pack nicht von einer einzigen Kuh stammt, sondern von sehr vielen Kühen gemischt wird, reicht ein einziges krankes Tier, um die gesammelte Milch mit den Erregern zu verseuchen.

Um die Keime abzutöten wird die Milch pasteurisiert. Das heißt, dass sie etwa 30 Sekunden auf 72°C erhitzt wird. Die Pasteurisierung kam in den 1930er Jahren auf. Bis dahin sind viele Menschen an den Bakterien in der rohen Milch gestorben. Glücklicherweise tranken noch nicht viele Menschen Milch, weil sie sie so eklig fanden wie Urin oder Blut. Die Industrie freute sich natürlich darüber, dass die Milch durch die Pasteurisierung so gut wie keimfrei wurde. Dass die Milch keimfrei war, war damals gleichzusetzen mit „gesund“. Die Milch verkaufte sich erst schleppend, doch dann kamen die großen Werbekampagnen auf. Wie es weiter geht, siehst du heute.

Ekel vor Milch ist nun kaum mehr zu spüren. Dabei sind die Bedingungen für die Kühe extrem schlechter geworden und die Inhaltsstoffe weniger. Dafür trinken wir fast alle täglich Milch oder nehmen Milchprodukte zu uns.

Frische Kuhmilch ist gekühlt 1 bis 1,5 Tage haltbar. Frischmilch, die pasteurisiert ist, darf nach 5-6 Tagen noch als Frischmilch verkauft werden. Frisch ist sie meist nicht mehr, allerdings ist sie keimfrei.

Was ist homogenisierte Milch?

Die Milch bildet bei einer Lagerung einen Sahnepfropf an der Oberfläche. Da die Verbraucher das eklig fänden, wird das Milchfett zerstäubt. Es entstehen tausendfach mehr Fettkügelchen. Dadurch gelangt mehr Wasser ins Produkt und der Hersteller hat einen höheren Gewinn. Der Prozess des Zerstäubens heißt Homogenisierung. Die verkaufte Milch muss mit der Aufschrift „homogenisiert“ gekennzeichnet werden. Bei Milchprodukten wie Joghurt, Käse oder Quark muss nicht mehr angegeben werden, ob die verwendete Milch homogenisiert wurde.

Milch und Allergien

Ab wann darf Kuhmilch gegeben werden?

Bei bis zu 7% aller mit Kuhmilch ernährten Kinder tritt eine Kuhmilch-Allergie auf.

Die Folgen sind Magen-Darm-Beschwerden, häufige Ohrenentzündungen, ständiger Schnupfen, häufige Erkältungen und Hautprobleme wie Neurodermitis und Milchschorf. Da diese Symptome meist zeitversetzt zum Milchkonsum eintreten, wird die Allergie leicht verkannt.

Im ersten Lebensjahr ist die Darmschleimhaut noch unvollständig. Unverdaute Partikel können ins Blut gelangen und die Allergie entsteht. Deshalb sollten Babys vor dem 1. Geburtstag aus ganzheitlicher Sicht keine Kuhmilch erhalten, danach nur sehr wenig. Die Darmschleimhaut ist bei manchen aber auch erst mit dem 5. Geburtstag vollständig ausgebildet. Nach dem 3. Geburtstag kann wiederum der Milchzucker Probleme bereiten, da das Enzym für die Verarbeitung von Milchzucker immer weniger gebildet wird.

Homogenisierte Milch führt schneller zu einer Allergie, weil beim Zerstäuben des Fettes auch Eiweiße zerstäubt werden. Diese kann die Darmschleimhaut noch besser aufnehmen und eine stärkere Immunantwort folgt.

Übrigens macht homogenisierte Milch auch uns Eltern schneller dick, da der Körper viel mehr Fett aufnehmen kann. Nicht homogenisierte Milch hingegen wirkt oft abführend.

Überfordert mit den Milchmärchen?

Was heißt das alles nun für deinen Familientisch? Du bist überzeugt, dass Milch schlecht für deine Gesundheit ist. Du weißt, dass du doppelt gewinnst, wenn du auf Milch verzichtest und sie durch gesündere Lebensmittel ersetzt. Je nachdem welcher Typ du bist und welche Essgewohnheiten du hast, kannst du einen radikalen Schnitt machen oder die Milch und Milchprodukte ausschleichen. Wenn du Hilfe brauchst, wende dich an eine Ernährungsberatung.

Die leichteste Variante ist, die Produkte zu reduzieren und da zu beginnen, wo es am Wenigsten weh tut. Wenn du den Joghurt zum Frühstück streichst oder Kokosalternativen verwendest und ein Fruchteis ohne Milch naschst, ist es kein Beinbruch, das Gemüse "mal" mit Käse zu überbacken.

Finde deinen Weg.

Dein Baby fängt bei Null an und darf eine Abkürzung nehmen: Kuhmilchfrei.

Milch für Müsli kannst du mit selbstgemachter Hirse- oder Kokosmilch ersetzen. Dafür brauchst du einen Hochleistungsmixer und ein Sieb.

Grundrezept für Milchalternativen:

60g Haferflocken oder 120g Reis oder 150g Hirse oder 60g Kokosflocken

600ml Wasser

Im Mixer auf höchster Stufe ein paar Minuten durchmixen. Durch ein Sieb gießen – fertig.

Du kannst die Milch auch mit Datteln, getrockneten Aprikosen oder Rosinen süßen. Die gekauften Fertigprodukte wie z.B. Haferdrink und Reisdrink werden meist mit Süßstoffen versetzt, aber es lohnt sich wie immer auf die Zutatenliste zu schauen.

Ziegen- Schafs- oder sonst eine wilde Tiermilch ist ebenfalls nicht für Babys, Kinder oder Erwachsene gemacht. Sojamilch ist für Babys umstritten und da es so viele Alternativen gibt, schadet es nicht, diese wegzulassen. Kindermilch ist ein teures Modeprodukt, zum Teil mit Bananengeschmack aromatisiert oder überzuckert. Die selbstgemachten Milchalternativen sind in jedem Fall gesünder.

Welche Gedanken hast du zu Milchprodukten?

Ich wünsche dir milchfreie Familientischgespräche,

Deine Kerstin

 

Weiterführende Links:

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/saeuglinge/saeuglingsmilch-und-allergierisiko/

http://www.still-lexikon.de/abpumpen-und-aufbewahren-von-muttermilch/

http://www.babytipps24.de/joghurt-kaese-und-co/

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kuhmilch-baby-ia.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Milchproduktion

https://www.akademie-der-naturheilkunde.ch/

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/saeuglinge/milch-fuer-die-saeuglingsernaehrung/

 

 

 

 

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